03. Dezember 2018 / Ehe, Familie, Lebensgemeinschaft
Aufenthaltsbestimmungsrecht: Anordnung des Wechselmodells

War zunächst nach der Trennung der Eltern der Aufenthalt eines Kindes gerichtlich einem Elternteil zugeordnet, müssen triftige Kindeswohlgründe vorliegen, um ein Wechselmodell anzuordnen. Dies entschied nunmehr das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt a. M.mit seinem Beschluss vom 16.10.2018 – 1 UF 74/18. 

In dem vom OLG entschiedenen Fall hatte das Familiengericht nach der Trennung der Eltern das Aufenthaltsbestimmungsrecht für alle drei Kinder der Mutter übertragen. Nach ca. zwei Jahren beantragte der Vater, ihm das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu übertragen, hilfsweise ein Wechselmodell anzuordnen, bei dem die Kinder zu annähernd gleichen Zeitanteilen von den Eltern betreut, erzogen und versorgt werden.

Das Familiengericht wies den Hauptantrag nach Einholung eines Sachverständigengutachtens zurück. Im Rahmen der Anhörung hatten die Kinder mitgeteilt, beim Vater wohnen zu wollen. Auch mit dem Hilfsantrag auf Anordnung des Wechselmodells unterlag der Vater. Das Familiengericht ordnete lediglich einen ausgedehnten Umgang mit den Kindern an.

Der Vater legte gegen diese Entscheidung Beschwerde ein, die jedoch auch vor dem OLG keinen Erfolg hatte. Nach Auffassung der OLG-Richter lägen keine triftigen, das Wohl der betroffenen Kinder nachhaltig berührenden Gründe i.S.d. § 1696 Abs. 1 BGB für die Anordnung eines Wechselmodells vor. Der Kindeswille stelle nur eine von mehreren Gesichtspunkten bei der Ermittlung des Kindeswohls dar. Hinzu käme, dass nach den Feststellungen der Sachverständigen der Wille der Kinder, beim Vater leben zu wollen, nicht autonom gebildet worden sei. Hier hätten sich starke Beeinflussungs- oder gar Instrumentalisierungstendenzen des Vaters gezeigt.

Wegen der grundsätzlichen Bedeutung ließ das OLG die Rechtsbeschwerde beim BGH zu.

Autor: Martina Kurtz

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Martina Kurtz

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