14. September 2015 / Verbraucherrecht
EBay-Auktion: "Schnäppchenpreis" ist nicht sittenwidrig

Dass man bei eBay mit viel Glück Super-Schnäppchen machen kann, bestätigte nun der Bundesgerichtshof (BGH). Dieser hatte mit Urteil vom 12.11.2014 – VIII ZR 42/14 den Anbieter einer eBay-Auktion nach vorzeitigem Abbruch zur Zahlung von Schadensersatz verurteilt. Der Beklagte hatte in diesem Fall seinen Gebrauchtwagen zum Kauf angeboten und ein Mindestgebot von nur 1,00 € festgesetzt. Der Kläger bot kurz nach dem Beginn der Auktion 1,00 € und setzte eine Preisobergrenze von 555,55 € fest. Nur wenige Stunden später brach der Beklagte die Auktion vorzeitig ab, da er außerhalb der Auktion einen Käufer für sein Auto gefunden hatte, der ihm dafür 4.200,00 € zahlen wollte. Der Kläger, der vor dem Abbruch der Auktion Höchstbietender gewesen war, forderte vom Beklagten Schadensersatz in Höhe von 5.249,00 € mit der Begründung, der Wert des Fahrzeugs habe 5.250,00 € betragen.

Das Landgericht gab der Klage statt, die Berufung des Beklagten war ohne Erfolg. Der BGH entschied letztlich ebenfalls zugunsten des Klägers. Derartige „Schnäppchen“ bei eBay seien möglich und nicht sittenwidrig. Bei einer Internetauktion rechtfertige ein grobes Missverhältnis zwischen dem Maximalgebot des Käufers und dem Wert des Versteigerungsobjekts nicht ohne Weiteres den Schluss auf eine verwerfliche Gesinnung des Bieters. Es mache gerade den Reiz einer Internetauktion aus, den Auktionsgegenstand zu einem „Schnäppchenpreis“ zu erwerben. Dass das Fahrzeug zu einem Preis von nur 1,00 € verkauft worden ist, sei auf die freie Entscheidung des Beklagten zurückzuführen, der das Risiko eines für ihn ungünstigen Auktionsverlaufes bewusst eingegangen sei, indem er einen derartig niedrigen Startpreis ohne Festsetzung eines Mindestgebots gewählt habe.

 

 

 

Autor: Martina Kurtz

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Martina Kurtz

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Fachanwältin für Familienrecht

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