04. Mai 2012 / Sportrecht
Haftung für Verletzung bei Kunstturnmeisterschaft

In einem vom Oberlandesgericht Frankfurt entschiedenen Rechtsfall hatte der Kläger geltend gemacht, er habe nach einem Sturz an den Ringen zwei Wochen lang völlig still liegen müssen und auch danach habe er den Kopf nicht aufrecht halten können, sondern sich nach zwei Stunden Schulbesuch wieder hinlegen müssen. Trotz fortdauernder krankengymnastischer Behandlung habe er weiter an belastungsabhängigen Kopfschmerzen, multiplen Blockierungen der Wirbelsäule, insbesondere der HWS, sowie starken Schmerzen in den Schultergelenken gelitten. Ursächlich dafür sei die bei dem Unfall erlittene, aber zunächst nicht erkannte Dens-Fraktur mit einer sich daraus entwickelten Pseudarthrose gewesen. Der Sturz sei darauf zurückzuführen, dass die Gerätschaft nicht ordnungsgemäß aufgebaut und gesichert worden sei. Der Sportler nahm daher den Veranstalter auf Schadensersatz in Anspruch.

Veranstalter trifft Verkehrssicherungspflicht

Zur Einhaltung der Verkehrssicherungspflicht eines Sportveranstalters sind alle Maßnahmen erforderlich , die nach den konkreten Umständen zur Beseitigung möglicher Gefahren für die Teilnehmer zumutbar sind. Zu ergreifen sind alle Maßnahmen, die ein umsichtiger und verständiger und in vernünftigen Grenzen vorsichtiger Veranstalter zum Schutz vor Schäden für notwendig und ausreichend halten darf.

Sorgfältiger Aufbau und Kontrolle 

Der Umfang der Verkehrssicherungspflicht ist deshalb danach abzugrenzen, dass durch sorgfältigen Aufbau sowie nachfolgende Kontrolle gesichert ist, dass beim Turnen am Gerät niemand zu Schaden kommt, etwa durch eine plötzliche Spannungsänderung des Geräts während einer Turnübung, z. B. durch Nachrutschen falsch montierter Gerüststangen oder Lösen eines zuvor verklemmten Spannkettengliedes. Die besondere Sorgfalt beim Aufbau eines Gerüsts, insbesondere der Montage dieser besonders sicherheitsrelevanten Elementeist stets geboten und auch zumutbar.

Schmerzensgeld

Das Oberlandesgericht Frankfurt hat die Verpflichtung des Veranstalters zur Leistung von Schadensersatz bestätigt, da dieser die gebotene Sorgfalt nicht eingehalten hatte. das Gericht hielt ein Schmerzensgeld in Höhe von 15.000,00 € angesichts der Umstände des Einzelfalls für angemessen (Urteil vom 2.9.2010, Aktenzeichen 3 U 172/09).

Autor: Professor Dr. Karsten Simoneit

Jetzt anfragen

Ihre Anfrage

Ihre Nachricht

Anrede

Vor- und Nachname

Unternehmen/Organisation

Telefon

E-Mail-Adresse

Straße

PLZ und Ort

Ihre Anfrage ist unverbindlich und anwaltskostenfrei. Wir teilen Ihnen kurzfristig mit, wie wir Sie im Hinblick auf ihre Anfrage unterstützen können. Erst durch ihre anschließende Bestätigung kommt ein Mandatsverhältnis zustande.

Mit dem Absenden dieses Formulars akzeptieren Sie unsere Datenschutzerklärung.

Ich stimme zu, dass meine Angaben zur Kontaktaufnahme gespeichert werden. Ich kann meine Einwilligung jederzeit für die Zukunft per Mail an wismar@simoneit-skodda.de widerrufen.

Professor Dr. Karsten Simoneit

Professor Dr. Karsten Simoneit
Honorarprofessor für Wirtschaftsrecht

SIMONEIT & SKODDA
Rechtsanwälte
Fachanwälte

03841 / 7600-0
wismar@simoneit-skodda.de
Dankwartstraße 22
23966 Wismar
Kontakt