28. Februar 2012 / Sport- und Freizeitschifffahrt
Trunkenheit an Bord – Autoführerschein weg?

Alkohol an Pinne oder Steuerrad widersprechen nicht nur guter Seemannschaft. Nach § 3 Abs. 4 der Seeschifffahrtsstraßenordnung (SeeSchStrO) darf man bereits bei einer Blutalkoholkonzentration von 0,5 Promille oder Alkoholkonzentration in der Atemluft von 0,25 mg/l kein Seefahrzeug führen oder als Mitglied der Besatzung Tätigkeiten des Brücken- Decks- oder Maschinendienstes ausüben. Ein Wert, der je nach Konstitution und Einfüllmenge schon nach dem dritten Sherry oder Sekt erreicht sein kann. Die Überschreitung der Werte führt zumindest zur Verwirklichung einer Ordnungswidrigkeit.

Straftat bei Fahruntüchtigkeit

Liegen darüber hinaus die Voraussetzungen zur Annahme von Fahruntüchtigkeit vor, liegt zudem eine Straftat vor, die im Ergebnis zumindest zu einer erheblichen Geldstrafe führt. In schweren Fällen steht sogar eine Freiheitsstrafe im Raum. Die Tendenz in der Rechtsprechung geht ebenso wie im PKW-Bereich insoweit in Richtung auf immer strengere Grenzwerte. So haben beispielsweise die Amtsgerichte Hamburg und Rostock im Zusammenhang mit der Führung von Wasserfahrzeugen eine absolute Fahruntüchtigkeit schon bei 1,1 Promille angenommen. Dies gilt sowohl für motorisierte wie unmotorisierte Segelboote. Auch bei geringeren Blutalkoholwerten kann in Zusammenhang mit alkoholbedingten Fahrfehlern eine relative Fahruntüchtigkeit vorliegen, die ebenfalls strafbar ist.

Unterschiedliche Rechtsprechung zum Autoführerschein

Streitig ist in der Rechtsprechung nach wie vor, ob bei Alkoholverstößen auf Segelbooten mit Motor zugleich der PKW-Führerschein entzogen wird. Für den Ostseesegler besteht insoweit jedenfalls ein erhöhtes Risiko. Denn jedenfalls das Landgericht Kiel hat bereits entschieden, dass der alkoholisierte Schiffsführer zugleich belegt, dass er auch zum Führen von Landfahrzeugen nicht geeignet ist.

Autor: Professor Dr. Karsten Simoneit

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Professor Dr. Karsten Simoneit

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Honorarprofessor für Wirtschaftsrecht

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