01. Juni 2016 / Ehe, Familie, Lebensgemeinschaft
Sorgerecht: Kein gemeinsames Sorgerecht bei mangelnder sozialer Beziehung zwischen den Kindeseltern

Fehlt es an einer notwendigen tragfähigen sozialen Beziehung und an einer ausreichenden Verständigungsbasis zwischen den Eltern, gibt es kein gemeinsames Sorgerecht. In dem vom OLG Karlsruhe (Beschluss vom 02.04.2015, 18 UF 253/14) entschiedenen Fall beantragte der Vater eines fünfjährigen Kindes die Übertragung des gemeinsamen Sorgerechts. Dieser hatte seit dem Jahr 1995 ein Aussteigerleben geführt, dreieinhalb Jahre in einer Justizvollzugsanstalt abgesessen, bezog eine kleine Rente sowie Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach SGB II und lehnte Arbeitsangebote ab. Die Mutter hatte sich 5 Jahre lang allein um das Kind gekümmert. Der Vater hatte das Kind lediglich zur Geburt besucht und später keinen Kontakt mehr zu ihm gehabt. Der Kindesmutter schickte er in jüngerer Vergangenheit Drohbriefe und wollte ihr das Kind wegnehmen. Der Vater gab an, sein Leben basiere auf „Survival“ und beabsichtigte, dem Kind das Schießen beizubringen, da man sich in Alaska oder Spitzbergen auf der Jagd vor Bären schützen müsse.

Nachdem das Amtsgericht dem Antrag des Vaters stattgegeben hatte, hatte die Mutter mit ihrer Beschwerde vor dem OLG Erfolg. Die Übertragung des gemeinsamen Sorgerechts lehnten die OLG-Richter ab. Da die Kindeseltern vollständig unterschiedliche Lebenswelten hätten und auch eine Verständigung zwischen den Kindeseltern erschwert sei, fehle es an einer sozialen Beziehung zwischen den Eltern, so dass eine am Wohl des Kindes orientierte Verständigung über gemeinsam zu entscheidende Fragen nicht gegeben sei.

Autor: Martina Kurtz

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Martina Kurtz

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Fachanwältin für Familienrecht

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