05. September 2013 / Ehe, Familie, Lebensgemeinschaft
Scheidungskosten in voller Höhe absetzbar

Scheidungskosten in voller Höhe steuerlich absetzbar

Eine Ehescheidung ist für die Beteiligten nicht nur eine seelische, sondern auch eine finanzielle Belastung. Denn ein Scheidungsverfahren und etwaige damit verbundene gerichtliche Auseinandersetzungen über Unterhalts- oder Zugewinnausgleichsansprüche sind mit z.T. erheblichen Gerichts- und Anwaltskosten verbunden. Bisher konnten nur die Kosten für die eigentliche Ehescheidung und den Versorgungsausgleich steuerlich geltend gemacht werden, nicht hingegen die Kosten, die für die Vermögens-auseinandersetzung (Zugewinnausgleich) oder den Unterhalt aufgewendet werden mussten.

Das Finanzgericht Düsseldorf (Urteil vom 19.02.2013 – 10 K 2392/12 E) hat nunmehr entschieden, dass die gesamten Aufwendungen im Zusammenhang mit der Ehescheidung einschließlich der sog. Folgesachen wie Unterhalt und Zugewinnausgleich als außergewöhnliche Belastungen in Abzug zu bringen sind. Zur Begründung führte das Gericht aus, dass eine Ehescheidung nur gerichtlich und mit Hilfe von Rechtsanwälten erfolgen könne und in dem Verfahren regelmäßig auch Vermögens- und Unterhaltsfragen zu regeln sind. Da die Beteiligten keine Möglichkeit hätten, sich diesen Kosten zu entziehen, müssten sie steuerlich berücksichtigt werden. Keine Rolle spiele es dabei, ob die streitigen Fragen durch das Gericht entschieden werden oder die Beteiligten darüber einen gerichtlichen Vergleich schließen.

Die Finanzverwaltung legte gegen diese Entscheidung Revision ein, so dass nun der Bundesfinanzhof gefordert ist. Betroffenen wird empfohlen, entsprechende Aufwen-dungen in voller Höhe steuerlich geltend zu machen. Im Falle einer Nichtbe-rücksichtigung durch das Finanzamt sollte unter Hinweis auf das beim BFH anhängige Revisionsverfahren (VI R 16/13) Einspruch gegen den Steuerbescheid eingelegt und das Ruhen des Verfahrens beantragt werden. 

Autor: Martina Kurtz

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Martina Kurtz

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Fachanwältin für Familienrecht

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